Brasilien: Zehntausende illegale Einwanderer erhalten Papiere
Präsident Luiz Inacio Lula da Silva setzt neues Gesetz in Kraft
In Brasilien bekommen zehntausende Einwanderer ohne gültige Papiere einen Aufenthaltsstatus sowie eine Arbeitserlaubnis.
Nach dem am Donnerstag (Ortszeit) von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva in Kraft gesetzten Gesetz dürfen alle vor Februar illegal nach Brasilien gekommenen Einwanderer eine für zwei Jahre gültige Aufenthaltserlaubnis beantragen, die später in ein dauerhaftes Bleiberecht umgewandelt werden kann. Die Betroffenen erhalten zudem eine Arbeitserlaubnis und dürfen das öffentliche Gesundheitssystem in Anspruch nehmen.
Lula kritisierte, dass in Europa das Vorgehen gegen Flüchtlinge verschärft werde. Illegale Einwanderung sei jedoch ein humanitäres Problem, das nicht mit Kriminalität verwechselt werden dürfe, sagte Lula, der traditionelle Gewänder aus Bolivien und Paraguay trug. Aus den beiden Nachbarländern stammen viele der nach offiziellen Angaben rund 60.000 illegalen Einwanderer in Brasilien. Nichtregierungsorganisationen geben die Zahl der illegal Eingewanderten in Brasilien hingegen mit bis zu 200.000 an, von denen die meisten aus Lateinamerika und China stammen.