Das Thema Energieeffizienz sei in den vergangenen Jahren virulent
geworden. Einen Grund dafür sieht Unterpretinger in den gestiegenen
Kosten. "Für die Bereitstellung von Raumwärme werden in Österreich rund
30 Prozent der Endenergie benötigt." Die Energieagentur kommt zum
Schluss, dass das höchste Einsparungspotenzial in der
Sanierungsoffensive für Wohngebäude liege. "Durch die thermische
Sanierung sämtlicher Nachkriegsbauten ist eine Ersparnis von 75 Prozent
der Heizkosten bis 2020 möglich." Einsparungspotenziale ergeben sich
einerseits durch eine bessere thermische Isolierung von Gebäuden,
andererseits durch die Verbesserung der Heiztechnik. In Österreich
könnten durch die Erhöhung der Energieeffizienz etwa 100.000
Arbeitsplätze gesichert und mehr als sechs Mrd. Euro an Wertschöpfung
gewonnen werden.
Das Interesse für den eigenen Energieverbrauch
sei sehr hoch, kommt Studienleiterin Klug zum Schluss. Rund die Hälfte
der Sanierer und Hausbauer führt demnach regelmäßig Aufzeichnungen
darüber. Zu den Top-5 Anforderungen an Heizsysteme unter Privatpersonen
rangiert das reibungslose Funktionieren ohne Störfälle an erster
Stelle, unmittelbar gefolgt von der Versorgungssicherheit des
Brennstoffs und danach die Umweltfreundlichkeit. "Generell ist die
Information über Förderungen den Sanierern und Hausbauern sehr gut
bekannt, aber nur 64 Prozent bewerten diese als sehr wichtig oder
wichtig für die Kaufentscheidung." Auch die Höhe der Anschaffungskosten
sei kein entscheidendes Kaufkriterium. "Die Motive für einen
Heizungstausch sind an erster Stelle die Tatsache, dass das alte System
nicht mehr funktioniert, das System zu alt ist und an dritter Stelle
erst die Verteuerung des Brennstoffs." Rund sechs von zehn Umsteigern
auf erneuerbare Energien, haben vorher mit Öl geheizt.
"Ein
interessantes Detail ist die Tatsache, dass es zwar ein Bewusstsein für
das Energiesparen gibt, es aber am Bewusstsein dafür fehlt, dass das
Heizsystem in seiner Gesamtheit effizient sein soll", so Susanne
Geissler, Leiterin des Geschäftsfelds Gebäude und Raumwärme der
Energieagentur. Es sei dringend mehr Aufklärung der Heizungsbetreiber
nötig, dass mehr Energie eingespart werden könne, wenn man eine
technisch effiziente Anlage auch effizient betreibe. "Die Studie hat
auch deutlich gezeigt, dass 13 Prozent der Sanierer die Heizung
tauschen, ohne jedoch vorher zu dämmen", so Klug. Die mangelnde Dämmung
werde mit Kosten argumentiert.
Dass moderne Heizsysteme Kosten
sparen, wird von 59 Prozent der Befragten bejaht. "Es ist allerdings
deutlich bemerkbar, dass der Anteil der beheizten Flächen deutlich
steigt", kommentiert Klug. Der so genannte Rebound-Effekt - dabei wird
die durch Effizienzmaßnahmen gesparte Energie an anderer Stelle
verbraucht - mache sich bemerkbar. "Das heißt, es wird nicht Energie
gespart, sondern Kosten", erklärt Klug abschließend. Als dringende
Maßnahme empfehle die Energieagentur das aktuelle Fördersystem zu
ändern, da dieses keinen ausreichenden Anreiz zur Modernisierung bzw.
Erneuerung darstelle.
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Aussender:
pressetext.europa
Redakteur:
Wolfgang Weitlaner