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Erstmals einheitliche EU-Grenzwerte für Pestizid-Rückstände

©DDP/AFP

Erstmals gelten ab Montag kommender Woche in der Europäischen Union einheitliche Grenzwerte für die Belastung von Lebensmitteln mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Die Regeln sind umstritten: Die Verordnung hat ausdrücklich zum Ziel den grenzüberschreitenden Handel mit Lebensmitteln zu erleichtern.

Umweltschützer kritisieren aber, dass sich Verbraucher damit auf eine zum Teil weite höhere Belastung mit Schadstoffen einstellen müssen, wenn sie künftig Obst und Gemüse kaufen. Das europaweite Netzwerk der Pestizid-Gegner, PAN Europe, hat deshalb bereits Klage vor dem Gericht erster Instanz des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) eingelegt.

Das EU-Parlament und die Regierungen im EU-Ministerrat hatten im Frühjahr 2005 die Vereinheitlichung der Grenzwerte beschlossen, die bis dahin von den Mitgliedstaaten in eigener Verantwortung festgelegt wurden. Wie diese EU-Grenzwerte aussehen, sollte die EU-Kommission festlegen, die dazu im Januar eine fast 400 Seiten lange Liste beschloss. Darin wurden für jede Art von Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukten spezifische Grenzwerte für jeden einzelnen Wirkstoff der Pflanzenschutzmittel festgeschrieben.

Der Industrieverband Agrar in Deutschland begrüßte die Einheitsregeln als Gewinn an Transparenz zugunsten der Verbraucher. Greenpeace und die österreichische Umweltorganisation Global 2000 bemängeln dagegen, die Kommission habe einfach den jeweils höchsten national geltenden Wert zur EU-Richtschnur erklärt, womit in vielen Mitgliedstaaten jetzt vielfach höhere Belastungen erlaubt seien. Nach einer von den Organisationen vorgelegten Studie sollen fast 700 der neuen EU-Grenzwerte für Obst und Gemüse zu hoch sein. Vor allem bei Äpfeln, Birnen, Trauben und Paprika seien die am 1. September erlaubten Belastungen oft so hoch, dass akute und chronische Gesundheitsschäden drohten. Dies gelte insbesondere für Kinder.

AFP
28.08.2008 | 18:26
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