Angehörige von "Estonia"-Opfern fordern neue Untersuchung
14 Jahre nach dem Untergang der Fähre "Estonia" in der Ostsee haben Angehörigen von Opfern eine neue Untersuchung des Unglücks gefordert. In den vergangenen Jahren seien viele neue Beweise aufgetaucht, sagte die Chefin der Angehörigenorganistion Estonia Litigation Association (ELA), Helje Kaskel, am Freitag. Ihre Organisation habe deshalb nicht mehr den geringsten Zweifel, dass der internationale Untersuchungsbericht aus dem Jahr 1997 nicht die wahren Gründe des Schiffunglücks offenlege. Die ELA will ab Sonntag eine einwöchige Werbekampagne starten, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.
Die "Estonia" war im September 1994 auf dem Weg von Tallinn nach
Stockholm in der Ostsee in weniger als 50 Minuten gesunken. Nur 137 der
insgesamt 989 Menschen an Bord überlebten das Unglück. Die meisten
Passagiere stammten aus Schweden. 1997 erklärte eine
Untersuchungskommission, dass eine beschädigte Bugklappe, die auf
offener See abriss, zu dem Unglück führte. Sowohl Schweden als auch
Estland begannen jedoch 2005 neue Ermittlungen, nachdem viele
Angehörige, Experten und Politiker erklärt hatten, eine Explosion habe
den Untergang verursacht. Die Spekulationen waren durch das
Eingeständnis genährt worden, dass das Schiff im Jahr 1994 mindestens
zweimal russisches Militärgerät transportiert hatte. (AFP/red.)

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