Nordkorea führt erneuten Raketentest durch

Raketen haben eine Reichweite von 500 Kilometern

Nur zwei Tage nach einem Test mehrerer Kurzstreckenraketen hat Nordkorea nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul am Samstag erneut drei Raketen getestet.
Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap handle es sich bei zweien der Geschosse womöglich um Scud-Raketen, die eine Reichweite von 500 Kilometern erlangen können. Japan verurteilte den erneuten Raketentest als "ernsthaften Akt der Provokation".

Nach Angaben der Sprecherin des Verteidigungsministeriums wurden zunächst zwischen 8.00 Uhr und 8.30 Uhr am Morgen (01.00 Uhr und 01.30 Uhr MESZ) zwei Raketen von einem Stützpunkt nahe der Hafenstadt Wonsan ins Japanische Meer abgefeuert. Knapp drei Stunden später wurde, vermutlich ebenfalls von dem Stützpunkt, eine dritte Kurzstreckenrakete gestartet. Yonhap berichtete unter Berufung auf einen Regierungsvertreter, bei den ersten beiden Raketen handle es sich um Scud-Raketen, "alle Raketen" hätten jedoch eine Reichweite zwischen 400 und 500 Kilometern.

Das Verteidigungsministerium erklärte, die südkoreanische Armee sei "vollständig darauf vorbereitet, sämtliche Drohungen und Provokationen aus dem Norden abzuwehren". Der von Yonhap zitierte Regierungsvertreter erklärte, die am Samstag getesteten Scud-Raketen seien wegen ihrer Reichweite eine "größere Sicherheitsbedrohung" für das Land. Anlässlich des in den USA bevorstehenden Nationalfeiertags hätten die Tests im Gegensatz zu denen am Donnerstag einen "politischen Hintergrund".

Japan kritisierte die erneuten Raketentests als "ernsthaften Akt der Provokation gegen die Sicherheit der Nachbarländer" und Japans. Sie verstießen zudem gegen eine entsprechende UN-Resolution, sagte Regierungssprecher Takeo Kawamura in Tokio.

Erst am Donnerstag hatte Nordkorea vier Kurzstreckenraketen von seiner Ostküste abgefeuert. Im April hatte das Regime erstmals seit Jahren wieder eine Langstreckenrakete getestet, im Mai folgte ein Atomwaffentest, den die UNO in einer Resolution scharf verurteilte.
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