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Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy erklärte nach dem Brandanschlag auf die Synagoge in Toulouse, die Regierung werde es nicht zulassen, dass die "internationalen Spannungen" sich in Gewalt zwischen den Konfessionsgruppen in Frankreich entlüden. Innenministerin Michèle Alliot-Marie erklärte, es gebe Anzeichen dafür, dass Einzelpersonen oder Gruppen versuchten, die Lage in Nahost "auszunutzen" und den Konflikt nach Frankreich zu tragen. Sie versuchte, mäßigend auf Muslime und Juden einzuwirken, indem sie mit Vertretern beider Religionsgruppen sprach.
Der Anschlag auf die Synagoge in Toulouse sowie Ausschreitungen bei einer Kundgebung für die Palästinenser am Wochenende in Paris riefen Erinnerungen an die gespannte Lage nach dem zweiten Palästinenseraufstand vom Herbst 2000 wach. Seinerzeit hatten sich Übergriffe und Anschläge auf jüdische Ziele wie Friedhöfe und Synagogen in Frankreich gemehrt. Im Jahr 2002, als in Afghanistan bereits Krieg herrschte und die Vereinigten Staaten den Krieg gegen den Irak vorbereiteten, wurden 193 judenfeindliche Zwischenfälle und Angriffe gemeldet, während es zuvor 32 gewesen waren.
Auch in Deutschland gebe es eine "aufgeladene Stimmung", sagte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, der Nachrichtenagentur AFP. Er stehe in Kontakt mit muslimischen Organisationen mit dem Ziel, "dass die Lage nicht eskaliert". Der Zentralrat sehe Vorfälle wie in Frankreich, Großbritannien und Dänemark "mit großer Sorge".
In Dänemark hatte ein aus dem Nahen Osten stammender Mann am Neujahrstag in einem Einkaufszentrum auf zwei Israelis geschossen. Einer der beiden wurde dabei schwer verletzt. In Großbritannien beobachtete die pro-jüdische Organisation Community Security Trust in der vergangenen Woche "mehr als 20, vielleicht 25 antisemitische Zwischenfälle", wie ein Sprecher sagte.
In Deutschland habe es vergleichbare Übergriffe aber "zum Glück,
Gott sei Dank, bislang nicht gegeben", sagte Kramer. Bei Kundgebungen
gegen das israelische Vorgehen im Gazastreifen seien allerdings von
palästinenserfreundlichen Demonstranten "strafrechtlich verwertbare
Äußerungen" gefallen, denen die Behörden nachgehen müssten. In
Frankfurt am Main skandierten Demonstranten demnach: "Vergast die
Juden." (AFP/red.)







