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Die Bergsteiger harren seit fast einer Woche wegen Schneestürmen in einem kleinen Zelt auf einem Gletscherfeld des Himalaya-Berges Nanga Parbat aus. Sie müssen auf besseres Wetter warten, um mit Skiern zumindest bis zu einem Versorgungslager auf 6500 Metern Höhe zu kommen, wo Proviant und Brennstoff lagern. Im tiefer gelegenen Basislager warten mittlerweile zwei italienische Retter auf die beiden. Der Expeditionsleiter Karl Unterkircher war in der vergangenen Woche in eine Gletscherspalte gestürzt und tödlich verletzt worden. Kehrer und Nones konnten ihn nicht retten.
"Schock und Trauer werden wohl erst kommen, wenn die beiden ihr Leben gerettet haben", sagte Messner. "Ich kann mich natürlich nicht in ihre Psyche hineinversetzen, aber Bergsteiger sind Abenteurer, denen es zuerst ums Überleben geht." Kehrer und Nones könnten in der Zeit des Wartens etwas Kraft schöpfen, schätzt Messner. "Wenn sie dann die Abfahrt ins Basislager schaffen, sollte eigentlich nichts mehr schief gehen."
Der 8125 Meter hohe Nanga Parbat im Himalaya im Norden Pakistans gilt unter Alpinisten als einer der gefährlichsten Berge der Welt. Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner und sein Bruder Günther hatten am 27. Juni 1970 als erste Menschen die Rupal-Wand des Berges, die höchste Steilwand der Welt, durchstiegen. Während der 23-jährige Günther Messner am Berg an den Folgen der Höhenkrankheit verstarb, wurde Reinhold sechs Tage später gerettet. Sterbliche Überreste seines Bruders wurden 2005 mit einem DNA-Test identifiziert.
