20.11.2008 | 18:15

Entführer fordern 25 Millionen Dollar

Sirius Star (AFP)

Knapp eine Woche nach der Entführung des Supertankers "Sirius Star" bemühen sich zahlreiche Länder um ein entschlossenes Vorgehen gegen die somalischen Piraten. Russland kündigte an, weitere Kriegsschiffe in die Region zu schicken. Zudem rief der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin NATO und EU auf, ihre Anti-Piraten-Einsätze mit Moskau abzustimmen. Die EU will in knapp drei Wochen fünf bis sechs Kriegsschiffe in den Golf von Aden schicken, um Schiffsentführungen zu verhindern. Die Entführer der "Sirius Star" forderten indes 25 Millionen Dollar Lösegeld.

Nach der im September entsandten Fregatte "Neustraschimi" sollen weitere Schiffe der russischen Marine entsandt werden, wie Admiral Wladimir Wysozki der Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte. Die "Neustraschimi" war nach der Entführung eines mit Panzern und Waffen beladenen ukrainischen Frachters an die Küste Somalias geschickt worden. Der Frachter befindet sich immer noch in Piratenhand.

Russlands NATO-Botschafter Rogosin forderte im Kampf gegen die Piraterie internationales Handeln. Allerdings genüge "ein bloßer Flotten-Einsatz vor der Küste" nicht. Nun sei es an der EU und an der NATO, ein Vorgehen am Boden zu planen.

Der französische EU-Ratsvorsitz hatte am Mittwoch verkündet, dass der europäische Anti-Piraten-Einsatz im Golf von Aden am 8. Dezember anlaufen soll. In Deutschland ist noch strittig, inwieweit die Bundespolizei miteinbezogen wird. Der Bundeswehrverband forderte die Regierung auf, rasch Klarheit über die deutsche Beteiligung zu schaffen. 

Die USA, die bereits Kriegsschiffe zur Patrouille vor Somalia entsandt haben, erklärten, dass dem Problem der Schiffsentführungen nicht nur militärisch beizukommen sei. Somalias Ministerpräsident Nur Hassan Hussein bat die internationale Gemeinschaft, im Kampf gegen die Piraterie seinem Land auch dabei zu helfen, wieder eine funktionstüchtige Regierung einzusetzen.

Somalia versinkt seit dem Beginn des Bürgerkriegs 1991 im Chaos. Vor der Küste des Landes griffen Piraten in diesem Jahr bereits mehr als 90 Schiffe an. Für die am Wochenende gekaperte "Sirius Star" setzten die Piraten eine Frist zur Übergabe des Lösegelds. "Die Saudis haben zehn Tage Zeit, sonst greifen wir zu Maßnahmen, die katastrophal sein könnten", sagte einer der Piraten der Nachrichtenagentur AFP. (AFP/red.)

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