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Mukhlas war Islamlehrer, der seinen Sohn nach Osama bin Laden benannte. Unter dem Einfluss des indonesischen Islamistenführers Abu Bakar Bashir kämpfte er in den 80er Jahren als Mudschahedin gegen die sowjetische Armee in Afghanistan. Ein halbes Jahr vor den Bali-Attentaten soll er den mittlerweile im US-Gefangenenlager Guantanamo einsitzenden JI-Chefplaner, Hmabali, getroffen haben. Zusammen sollen sie den Beschluss gefasst haben, "weiche" westliche Ziele in Südostasien anzugreifen.
Amrozi trat in die Fußstapfen seines Bruders Mukhlas. Auch er wurde durch Bashir radikalisiert. Der Mechaniker stellte die Bomben her. Zum Zeitpunkt der Anschläge hielt er sich in Java auf. Als Vordenker der Anschläge galt der dritte im Bunde, das führende JI-Mitglied Imam Samudra. Der Computerfachmann kämpfte ebenfalls in Afghanistan. Er kundschaftete die Ziele auf der Fereininsel Bali aus, den Sari Club und den Paddy Nightclub.
Terrorexperten halten die JI, die seit drei Jahren keine Verantwortung mehr für einen Anschlag übernommen hat, für tief gespalten. Im Juni vergangenen Jahres wurde einer der wichtigsten Köpfe aus der ersten Generation, Zarkasi, festgenommen. Nach Einschätzung der Südostasien-Expertin der Internationalen Crisis Group (ICG), Sidney Jones, gibt es allerdings nach wie vor eine kleine Gruppe, die konkrete Anschläge auf "Ungläubige" plane.
Auch die Studierenden an den von der JI finanzierten islamistischen Koranschulen sprechen sich für den Heiligen Krieg aus. Doch eine "Anti-Radikalisierungsstrategie" der Regierung hat es laut Jones vorläufig geschafft, Anschläge zu stoppen. Womöglich seien die Koranschulen aber eine tickende Zeitbombe. "Die Frage ist, was diese Koranschüler in zehn Jahren machen", sagt Jones.
Ein wichtiger Anlaufpunkt für die Rekrutierung und Ausbildung von JI-Anhängern ist seit Jahren die Darusy Syahadah Schule in Zentraljava, wo auch Selbstverteidigung trainiert wird. Auch hier werden die Bali-Bomber als Helden verehrt. Doch die Studenten lassen sich nicht in die Karten gucken. Es liege "an Gott", ob er dem Beispiel der drei Bomber folgen werde, meint einer von ihnen.
Im Dorf Tenggulun mit seinen vielen Moscheen und einfach Holzhäusern
gibt es dagegen auch Menschen, die finden, dass die drei Bali-Bomber
zurecht verurteilt wurden. "Sie haben die Todestrafe verdient, weil wir
alle friedlich miteinander leben sollen", sagt Sulastri. Er wohnt neben
der Mutter der beiden hingerichteten Bali-Bomber. (AFP/red.)
