Die Frauenmnisterin Gabriele Heinisch-Hosek sieht im Tragen der Burka oder des Ganzkörperschleiers eindeutig die "Grenze überschritten". Damit bedient sich nun auch die SPÖ einem Jargon, den man bisher von traditioneller, rechter Seite der österreichischen Politik gekannt hat.

Die Burka wird in Österreich kaum getragen und ist ein übliches Kleidungsstück muslimischer Frauen in Afghanistan. Vielmehr spielt man hierzulande mit dem Feld der Ausländerfeindlichkeit, wenn man in Bausch und Bogen das Tragen eines Ganzkörperschleiers verbieten will. Gabriele Heinisch-Hosek, Innenministerin der SPÖ, sieht im Verbot eine Chance, muslimischen Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dies sei jedoch, so die Kritiker, kein Argument, sondern führe zu vermehrter Ausgrenzung muslimischer Frauen in Österreich.
Pluralismus statt Verbot
Carla Amina Baghajati, Sprecherin der islamischen Glaubensgemeinschaft, meint, dass aus religiöser Sicht ein Gesichtsschleier keine Notwendigkeit darstellt. Man müsse aber das Recht auf Selbstbestimmung jeder Frau anerkennen, einen solchen zu tragen. Verbote seien hier eher kontraproduktiv. Baghajati meint, dass im Zuge der Burka-Diskussion Dinge auftauchen, deren Lösung von rechtlicher Seite nicht möglich ist. Die Gleichbehandlung der Frau müsse unter dem Aspekt der verschiedenen Religionen diskutiert werden. Was jetzt passiert, ist eine "importierte Diskussion", die ihren Ausgangspunkt im Schweizerischen Nein zu Minaretten findet. Frauenrechte sind so zu beleuchten, dass man dem Pluralismus Rechnung trägt.
Baghajati ist überzeugt, dass man sich nun in Österreich mit der verstärkten Sichtbarkeit muslimischer Präsenz auseinandersetzen muss. "Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft in Europa. Und wir sind EINE Gesellschaft, jedoch mit verschiedenen Zugängen." (amw)