Brisbane/Hamburg - Beim Ausdruck mit einem Laserdrucker belastet die Fixierung der Druckseite wie auch der häufige Temperaturwechsel die Luft mit giftigen Kleinstpartikeln. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Queensland University of Technology (QUT). Sie suchten nach der genauen Herkunft des belastenden Feinstaubs und der ultrafeinen Partikeln, die bereits in zahlreichen früheren Studien als Ausstöße von Laserdruckern nachgewiesen worden waren. Dabei identifizierte man zwei verschiedene Formen, in denen Laserdrucker Partikel ausstoßen. "Je mehr sich der Drucker erhitzt, umso eher formen sich diese Partikel, doch auch die Häufigkeit des Temperaturwechsels spielt eine Rolle", so die Studienautorin Lidia Morawska gegenüber ScienceDaily. Das Forschungsergebnis soll den Konsumenten die Mechanismen verständlich machen, die bei Laserdruckern zu höherer Belastung führen und die Entwicklung emissionsloser Drucker beschleunigen.
Die Untersuchung verglich einen Drucker mit hohen Ausstößen mit einem,
der nur wenige Partikel freisetzte. Der erste arbeitete bei einer
niedrigeren Durchschnittstemperatur, vollzog jedoch schnelle
Temperaturveränderungen, die zu mehr Ausstößen von kondensiertem Dampf
führten. Hingegen zeigte sich beim Drucker mit der besseren
Temperaturregelung ein reduzierter Ausstoß ultrafeiner Partikel. Als
zweites Kriterium für den Partikelausstoß erkannten die Forscher den
Dampf, der im Moment der Fixierung des gedruckten Bildes auf das Papier
freigesetzt wurde. "Beim Druckprozess wird Tonerfarbe geschmolzen. Wenn
diese warm ist, verdampfen bestimmte Inhaltsstoffe. Diese Dämpfe
verschmelzen oder kondensieren in der Luft und bilden die ultrafeinen
Partikel", erklärt Morawska. Die freigesetzten Materialien seien somit
das Ergebnis der Kondensation von organischen Inhaltsstoffen, die
sowohl vom Papier als auch vom heißen Toner abstammen.
Für Schlagzeilen sorgte Morawska erstmals 2007 mit
Raumluftmessungen. Sie wies nach, dass die hohe Feinstaubbelastung, die
sie in Büros feststellte, nicht aus eindringenden Abgasen des
Straßenverkehrs entstammte, sondern durch Bürogeräte selbst
hervorgerufen wurde. Zahlreiche Studien haben seither mehr Licht in die
dunkle Seite des Laserdrucks gebracht und stets neue Elemente entdeckt,
die etwa die Schleimhäute des Menschen angreifen und teilweise
krebserregend sind. "Gezeigt wurde etwa, dass jede gedruckte Seite eine
Mrd. Partikel im Raum freisetzt", sagt Hans-Joachim Stelting,
Vorsitzender der Stiftung nano-Control,
im pressetext-Interview. Die Druckerindustrie habe sich an bestimmten
Studien beteiligt, die die Art und Herkunft der Partikel erforschten.
Der nach Ansicht Steltings wichtigste Bereich sei dabei jedoch stets
ausgespart geblieben. "Bisher fehlt der Nachweis, wie sich Laserdrucker
auf die Gesundheit des Menschen auswirken", so der Hamburger
Feinstaubspezialist. In diesem Jahr soll dieses Versäumnis durch eine
groß angelegte Studie nachgeholt werden.
Ein Streitpunkt unter Wissenschaftlern ist noch immer die Rolle des
Toners für die Luftbelastung. Eine Studie des WKI Braunschweig
stellte fest, dass Nanopartikel aus Laserdrucker überwiegend keine
Tonerpartikel sind. "Dennoch setzt ein auch nur geringer Ausstoß des
Toners von einem Prozent pro Seite zig Millionen Partikeln in die Luft
frei", so Stelting. Zudem sei die Oberfläche der
Toner-Feinstaubpartikel mit ultrafeinen Sekundärpartikeln besetzt.
Ultrafeine Partikel sind noch um den Faktor zehn bis 1.000 kleiner als
Feinstaub und liegen damit fast im atomaren Bereich. "Sie haben fast
keine Masse und können nur Partikelzähler mit Laserlicht festgestellt
werden", erklärt Stelting.
Je kleiner die Partikel seien, desto größer sei auch die Gefahr,
die sie für die Gesundheit des Menschen bedeuteten, so Stelting.
Nanopartikel haben eine große reaktive Oberfläche, weswegen sogar
harmlose Stoffe als ultrafeine Partikel toxisch wirken können. "Die
Chemikalien in Tonern sind aber alles andere als harmlos. Es ist zu
befürchten, dass die Gifte in Tonern als ultrafeine Partikel emittiert
werden, wie Trojaner in die Blutbahn eindringen und so den Menschen
schädigen", so der Hamburger Feinstaubexperte. Das Emissionsverhalten
sei bei den Druckermodellen zwar sehr unterschiedlich, doch habe der
Konsument derzeit kaum Möglichkeit, dies zu überprüfen. "Es gibt keine
Richtlinien und Grenzwerte. Bisherige Prüfzeichen für Laserdrucker
decken die Schadstoffe nicht ab und kontrollieren sie auch nicht", so
Stelting. Auch Arbeitsschutz-Richtlinien könnten wenig bewirken, da
viele Drucker im Privathaushalt stehen.
http://www.qut.edu.au http://www.nano-control.de http://www.wki.fraunhofer.de
Aussender:
pressetext.deutschland
Redakteur:
Johannes Pernsteiner