Anorexie ist eine Essstörung, die etwa ein Prozent aller Mädchen
in der Adoleszenz betrifft, während die Erscheinung bei Männern kaum zu
beobachten ist. Das Krankheitsbild umfasst vor allem Abmagerung, ein
entstelltes Körperbild und eine große Angst vor der Gewichtszunahme.
Doch auch die Knochen leiden unter der Mangelernährung. "Gerade in der
Pubertät befinden sich Mädchen im Endspurt ihres Knochenaufbaus. Im
Falle einer Magersucht wird nicht nur die Entwicklung der Knochen
gebremst, sondern es kommt auch zu einer Rückbildung des
Knochengewebes", sagt Helmut Radspieler, Leiter des Münchner
Osteoporose-Zentrums
http://www.osteoporosezentrum.de , im pressetext-Interview.
Gründe für die Knochenrückbildung von Magersüchtigen seien laut
Radspieler besonders der durch die Unterernährung verursachte
Kalziummangel wie auch das Fehlen von Proteinen und anderen
Nährstoffen. Doch da die Patienten keine Knochenbeschwerden hätten,
seien die Auswirkungen vorerst kaum bemerkbar. "Erst nach der Menopause
kommt es bei den Betroffenen oft zur Entwicklung einer Osteoporose, für
die das niedrige Körpergewicht eines der wichtigsten Risikofaktoren
ist", betont der Münchner Radiologe.
Dass die Veränderungen in der Knochenstruktur bereits bei
beginnender Magersucht auftreten, wiesen nun Forscher der Universität
Havard nach. Sie untersuchten zehn Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren im
Frühstadium der Krankheit sowie zehn gleichaltrige Mädchen ohne
Essstörung. Zur Diagnose verwendeten sie neben der Knochendichtemessung
die volumetrische Computertomographie mit Flachbilddetektoren. Diese
Untersuchung erlaubt eine dreidimensionale Darstellung der Dichte,
Dicke und Verteilung der Knochenbälkchen in hoher Auflösung.
Die Computertomographie zeigte bedeutende Unterschiede der
Knochenstruktur zwischen den leicht magersüchtigen und den gesunden
Mädchen, ohne dass Knochendichtemessungen noch Unterschiede zwischen
den beiden untersuchten Gruppen feststellen konnten. Die Veränderungen
der Knochenstruktur bei Magersüchtigen beginnen daher bereits schon vor
der Beeinträchtigung der Knochendichte, schlossen die Forscher.
http://hms.harvard.edu
Aussender:
pressetext.deutschland
Redakteur:
Johannes Pernsteiner