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Derzeit wiegt die ISS etwa 300 Tonnen, in zwei Jahren sollen es 450 Tonnen sein, die mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Kilometern pro Stunde um die Erde kreisen. Für eine Erdumrundung braucht die ISS 90 Minuten. Einen schweren Rückschlag erlitt das Projekt, als im Januar 2003 die US-Raumfähre Columbia verunglückte, was den Ausbau der Station um zwei Jahre verzögerte.
"Die ISS ist der bislang größte Versuch, international im Technologiebereich zusammenzuarbeiten", sagt John Logsdon, der als Historiker am Museum für Luft- und Raumfahrt in Washington arbeitet.
Den größten Teil der 100 Milliarden Dollar (80 Milliarden Euro), die die ISS kostet, tragen die USA. 15 weitere Staaten beteiligen sich mit Geld und Know-how an dem Projekt: Russland, Japan, Kanada, Brasilien sowie elf Staaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA, unter ihnen Deutschland. Diese Kooperation von russischen und US-Wissenschaftlern war erst durch das Ende des Kalten Krieges möglich geworden.
Für Historiker Logsdon ist die internationale Zusammenarbeit bei der ISS zukunftsweisend für die Raumfahrt, allein schon aus finanziellen Gründen. Das derzeitige Budget erlaube den USA höchstens, noch einmal jemanden auf den Mond zu bringen, jedoch keinen Schritt weiter, sagt Logsdon. "Wenn wir wirklich länger auf dem Mond und vielleicht auch auf dem Mars bleiben wollen, dann muss das international finanziert werden."
Für Logsdon ist die Internationale Raumstation auch der ideale Ort für die Forschung für künftige Weltraummissionen - seien es die Auswirkungen eines langen Aufenthaltes in der Schwerelosigkeit oder das Verhalten der Besatzungsmitglieder, die monatelang auf engem Raum miteinander auskommen müssen. "Die ISS testet die Technologien, die wir für langfristige Aufenthalte außerhalb unseres Planeten brauchen werden." Dazu gehört zum Beispiel auch, Urin wieder in Trinkwasser zu verwandeln, um Wasser zu sparen. "Die ISS ist wie eine Außenstelle von tausenden Laboren und Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt mit einer einzigartigen Eigenschaft - der Schwerelosigkeit", sagt Doug Millard vom Luft- und Raumfahrtmuseum in London.
Künftig sollen sechs statt bisher drei Astronauten dauerhaft in der
Schwerelosigkeit leben. Damit Platz für den Zuwachs ist, brachte die
US-Raumfähre Endeavour vergangene Woche 14,5 Tonnen Baumaterial zur
Internationalen Raumstation - unter anderem neue Schlafkabinen, eine
zweite Toilette, zwei neue Kochöfen, einen Kühlschrank und sogar
Fitnessgeräte. (AFP/red.)

