Der IWF-Kredit an Island ist der erste derartige Beistandsfall für
einen westeuropäischen Staat seit 1976, als Großbritannien von der
Washingtoner Finanzinstitution unterstützt wurde. Eine
Grundsatzeinigung mit der isländischen Regierung wurde bereits am 24.
Oktober erzielt. Zunächst sollte der Kredit am 5. November gewährt
werden. Dann mussten jedoch noch Meinungsverschiedenheiten über
eingefrorene Konten niederländischer und britischer Kunden bei
isländischen Banken ausgeräumt werden.
Isländische Banken hatten in den vergangenen Jahren in großem Stil
das Kapital von Anlegern aus dem Ausland angezogen. Durch die
Weltfinanzkrise wurden die isländischen Banken dann besonders hart
getroffen. Die größten Banken wurden verstaatlicht. Die isländische
Regierung geht derzeit davon aus, dass die Staatsverschuldung im
kommenden Jahr von 29 Prozent auf mehr als 100 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts emporschnellt. (AFP/red.)