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"Hier geht es um viel mehr als nur (die US-Autometropole) Detroit", warnte GM-Chef Rick Wagoner am Dienstag bei einer hitzigen vierstündigen Debatte im Bankenausschuss des US-Senats: "Es geht darum, die US-Wirtschaft vor einem katastrophalen Zusammenbruch zu bewahren." Wagoner verteidigte GM-Pläne zum Konzernumbau. Schuld an der Misere des Konzerns sei die weltweite Finanzkrise. Die Autoindustrie, die der zentrale Industriesektor der USA sei, brauche jetzt eine Brücke, um über die finanzielle Kluft zu gelangen, "die sich vor uns aufgetan hat".
Chrysler-Chef Robert Nardelli betonte, die Autobauer seien in der Lage, erfolgreich und wettbewerbsfähig zu produzieren, sobald die Nachfrage wieder steige. "Wir wären heute nicht hier, um (um Hilfe) zu bitten, wenn wir nicht großes Vertrauen hätten, dass wir die wirtschaftliche Krise überstehen könnten", sagte er. Die herrschende Kreditklemme in den USA mache es den Autobauern unmöglich, Geld bei der Privatwirtschaft zu leihen. Bereits im Oktober war der Auto-Absatz auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren gefallen.
Nach der Debatte mit dem Bankenausschuss des US-Senats hofften die Konzernchefs auf eine neue Chance bei der für Mittwoch angesetzten Diskussion mit dem Repräsentantenhauses. Das Weiße Haus steht dem von den Demokraten angeregten Kreditpaket mit einem Volumen von 25 Milliarden Dollar (knapp 20 Milliarden Euro) skeptisch gegenüber. Finanzminister Henry Paulson sagte, statt neuer Hilfen solle der Kongress das bestehende 25-Milliarden-Dollar-Hilfspaket für die Autoindustrie anpassen. Mit diesem Geld sollen eigentlich Investitionen der Autobauer in klimafreundlichere Modelle finanziert werden. Die Demokraten warnten, wenn dieses Geld nun zur Rettung der Großen Drei verwendet werde, schade dies langfristig der Wettbewerbsfähigkeit der gesamten US-Autoindustrie.
Verheugen sagte vor dem Europaparlament in Straßburg, Opel sei durch "schwerste Managementfehler" des US-Mutterkonzerns in eine "besorgniserregende Schieflage" geraten. Es könne nicht angehen, dass dafür die "Opel-Beschäftigten die Zeche zahlen müssen". Die Krise bei Opel sei durch außergewöhnliche Umstände verursacht worden, daher seien nun "außergewöhnliche Maßnahmen" erforderlich.
Der amtierende französische EU-Vorsitz plant indes "gezielte und
vorübergehende Hilfe" für die schwer angeschlagene europäische
Automobilindustrie. Angesichts der Staatshilfen in den USA für dortige
Autobauer müssten Wettbewerbsverzerrungen verhindert werden, sagte der
französische Europa-Staatssekretär Jean-Pierre Jouyet in Straßburg. (AFP/red.)
