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Rezessionsängste:
Bereits in den vergangenen Monaten mehrten sich die Anzeichen für einen weltweiten Wirtschaftsabschwung. In Deutschland drückten lange Zeit die hohen Energiepreise die Kauflaune der Verbraucher. Jetzt dürften die Sorgen angesichts der Finanzkrise für Zurückhaltung sorgen. Die deutschen Unternehmen korrigieren seit Monaten die Erwartungen an ihr künftiges Geschäft immer weiter nach unten, wie der ifo-Geschäftsklimaindex zeigt. Volkswirte rechnen mit einer schweren Rezession weltweit. Diese wird durch den schwachen Konsum in den USA verstärkt. Dort stiegen seit dem vergangenen Jahr im Zuge der Finanzkrise die Zinsen für Kredite massiv an. Die US-Verbraucher zahlen deswegen lieber ihre Kredite zurück, anstatt weiter auf Pump zu konsumieren.
Technische Zwänge:
Wegen der Finanzkrise ist nach Einschätzung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) eine ganze Reihe von Anlegern auch gezwungen, ihre Aktien zu verkaufen. Dabei handelt es sich unter anderem um Investoren, die über sogenannte "Carry Trades" ihre Wertpapierkäufe finanzierten. Die Anleger besorgten sich Geld über zinsgünstige Darlehen in Japan oder der Schweiz und kauften Aktien von Unternehmen der Euro-Zone. Da die Kreditzinsen aber derzeit steigen und die Aktienkurse fallen, versuchen die Anleger ihre Wertpapiere loszuwerden und ihre Darlehen zurückzuzahlen, um ihre Verluste zu begrenzen. Auch fordern die Kreditgeber ihr Geld zurück.
Angst vor Verlusten:
Eine ganze Reihe institutioneller Anleger wie Banken, Versicherungen oder US-Rentenkassen verringert derzeit ihre Aktienbestände, um weitere Verluste an den Börsen zu vermeiden. "Diese Verkäufe sind mitunter durchaus irrational, weil viele Marktteilnehmer mittlerweile Risiken wahrnehmen, denen sie vor einem Jahr noch gar keine Beachtung geschenkt hätten", sagt Kapitalmarkt-Experte Olaf Stotz von der Frankfurt School of Finance. Neue Negativ-Meldungen von den Börsen würden "überstark" wahrgenommen, was die Abwärtsspirale am Kapitalmarkt weiter verstärke, sagt Stotz.
