Der Zugang zu Liquidität soll erleichtert
werden, um ein Austrocknen des Geldmarkts auch bei schwierigen
Bedingungen zu verhindern, berichtet die Financial Times Deutschland
(FTD). Die Europäische Zentralbank (EZB)
und die US-amerikanische Notenbank Fed sowie weitere große
Zentralbanken würden künftig Sicherheiten für Anleihen auch in
Fremdwährungen akzeptieren. Dadurch wollen die Institute auch eine
Vertrauenskrise abwenden.
Im Zuge der Finanzkrise hat das Vertrauen auf dem Sektor enorm
gelitten und besonders "in der Investmentsparte der Banken ist das
Misstrauen untereinander stark gestiegen", erklärt
Raiffeisen-Zentralbank-Analyst Johannes Mattner im Gespräch mit
pressetext. Folge daraus war eine spürbar restriktivere Kreditvergabe
an andere Häuser sowie an Unternehmen und Verbraucher. Dadurch drohte
der Geldmarkt im Verlauf des vergangenen Jahres mehrmals auszutrocknen.
Um ähnliche Situationen bei künftigen Krisen zu verhindern, wollen die
Notenbanken für Anleihen mildere Regeln geltend machen. Diesen zufolge
sollen in Zukunft beispielsweise europäische Banken auch dann Geld von
der Fed erhalten, wenn sie dafür Wertpapiere hinterlegen, die auf Euro
lauten, so die FTD. Bisher wurden Sicherheiten nur in der Währung der
jeweiligen Notenbank akzeptiert.
Drohende Bankpleiten sollten im
vergangenen Jahr mehrmals durch Mrd.-schwere Kapitalspritzen von den
Zentralbanken verhindert werden.
Die Notwendigkeit von Finanzzuwendungen wollen die Häuser in Zukunft
jedoch offenbar vermeiden. So soll sich der Markt auch in Krisenzeiten
selbst regulieren können, um handlungsfähig zu bleiben. Details zu den
geplanten Regelungen werden für Ende September erwartet. An den
Verhandlungen werden neben der EZB und der Fed auch die Deutsche
Bundesbank und die Bank of England teilnehmen. Die mögliche Beteiligung
der Schweizer Nationalbank steht noch nicht fest. Während die Fed auf
eine permanente Lösung gedrängt habe, sei derzeit vorgesehen, dass die
neuen Regeln nur dann in Kraft treten, sollte das Vorliegen einer
Finanzkrise gemeinsam festgestellt werden.
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Aussender:
pressetext.europa
Redakteur:
Manuel Haglmüller