AUA: Kauf durch Lufthansa weiter ungewiss
EU-Kommission leitet vertiefte Prüfung ein
Die AUA-Übernahme durch die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa bleibt weiter offen.
Die EU-Kommission leitete am Mittwoch in Brüssel eine vertiefte Prüfung des Kaufs der angeschlagenen Austrian Airlines (AUA) ein, wie EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes mitteilte. Die EU-Kommission hat Zweifel, ob der Kauf nicht den Wettbewerb beeinträchtigt. Es sei wichtig, dass die Reisenden trotz der Übernahme weiterhin die Wahl zwischen verschieden Anbietern und Tarifen hätten, erklärte Kroes. Eine vertiefte Prüfung kann bis zu 90 Tage dauern.
Die Lufthansa will mit der Übernahme der Austrian Airlines zum größten Anbieter in Österreich aufsteigen. Konkurrenten wie Air Berlin und Ryanair sehen sich durch die Expansion benachteiligt.
Die Lufthansa bestätigte die Einleitung der kartellrechtlichen Prüfung durch die EU-Kommission. Vor dem Hintergrund der seit Jahren bestehenden Zusammenarbeit mit Austrian Airlines komme die Entscheidung "unerwartet", teilte das Unternehmen mit. Die Lufthansa bleibe aber zuversichtlich, die notwendigen Freigaben "mit vertretbaren" Auflagen zu erhalten. Bereits im Februar hatte die Kommission Zweifel angemeldet, ob der von der Lufthansa ausgehandelte Kaufpreis dem Marktwert für das Unternehmen entspreche. Die Lufthansa zeigte sich daraufhin zu Zugeständnissen bereit.
Die Lufthansa bietet der Bundesregierung für seine Anteile von rund 42 Prozent 366.000 Euro. Zudem sicherte sich die Kranich-Airline öffentliche Hilfen Wiens in Höhe von 500 Millionen Euro zur Sanierung der AUA. In einem Bieterverfahren hat sich die Lufthansa insgesamt fast 90 Prozent der Anteile gesichert.




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